„Kommt! Bringt eure Last“ …
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„Kommt! Bringt eure Last“ …

Der Weltgebetstag, am 6. März 2026, kam aus Nigeria. Es ist das bevölkerungsreichste Land Afrikas. Unter dem Motto „Kommt! Bringt eure Last.“ (Mt 11,28-30) bereiteten Frauen aus Nigeria den Gottesdienst vor, der Menschen weltweit in einer Gebetskette verband.

Im Vorfeld haben sich sich einige Frauen aus unserer Kirchengemeinde schon im Februar auf das Land und die Menschen in Nigeria eingestimmt mit dem Länder-Info-Nachmittag in Cappel:
Nigeria ist ein westafrikanischer Staat mit über 230 Millionen Einwohnern. Es ist geprägt von einer enormen Vielfalt mit über 250 Ethnien und mehr als 500 Sprachen.
Das Land ist religiös und kulturell geteilt, überwiegend mit einem muslimisch geprägten Norden und einem christlichen Süden.
Über Nigeria spricht man vom „afrikanischen Riesen“ mit reichen Bodenschätzen (Erdöl). Gleichzeitig lebt eine große Zahl der Menschen in Armut, und das Land kämpft mit Gewalt, sozialen Spannungen und Umweltzerstörung im Nigerdelta.
Trotz der Herausforderungen ist Nigeria bekannt für seine pulsierende Kreativwirtschaft, darunter die Filmindustrie „Nollywood“ und der populäre „Afropop“. Die Frauen des Weltgebetstags aus Nigeria betonen mit dem Gottesdienst zum Weltgebetstag ganz besonders ihre Stärke, ihre Hoffnung und ihren Glauben, mit dem sie den Herausforderungen begegnen.

Pfarrerin Iris Beverung

 

Der Weltgebetstag 2026 mit dem Fokus auf Nigeria fand am Freitagabend,
6. März 2026, in der Kirche in Reelkirchen statt.

Schon am frühen Nachmittag durchzog exotischer Duft das Gemeindehaus. Einige Frauen hatten sich nigerianische Rezepte besorgt und kochten mit Zwiebeln, Süßkartoffeln und Spinat ein würziges Yamsgericht. Gekochter Reis wurde gebracht und Obst geschnibbelt. Schließlich wurden Gäste erwartet und die Vorfreude stieg. Gegen 19 Uhr trafen dann die Gottesdienstbesucherinnen in der Kirche ein. Zum Weltgebetstag trafen sich reformierte, lutherische und katholische Gemeindemitglieder aus Blomberg, Cappel-Istrup, Reelkirchen und Wöbbel.

„Kommt, bringt mir eure Last.“ Passend zum Motto des Gottesdienstes, den Christinnen aus Nigeria geschrieben hatten, bekamen alle einen Stein am Eingang als Symbol für die Lasten des täglichen Lebens. Unter gemeinsamem Gesang von Chor und Gemeinde wurden diese Steine während des Gottesdienstes unter einem schlichten Holzkreuz abgelegt.

Welche Lasten in Nigeria zu tragen sind, haben wir an diesem Abend unter anderem von Jato, einer jungen Mutter aus dem Norden Nigerias gelernt, die jeden Morgen um ihre Tochter bangt, wenn sie sie zur Schule schickt. Sie betet für sie um Schutz auf dem Schulweg und sie betet auch für Boko Haram, eine islamistische Terrorgruppe, vor der sie sich fürchtet. Sie vertraut von ganzem Herzen, dass sie, wenn sie so lebt wie Jesus es wollte, auf dem Weg der Liebe und Versöhnung ist. Es gibt nur diesen Weg für sie, den sie immer weiter verfolgt und so wächst ihre kleine Tochter auch in diesem Glauben auf und bekommt eine Zukunft: Sie kann zur Schule gehen und lernen.

An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an alle Mitglieder des Frauentreffs Reelkirchen und des Chores TonArt aus Wöbbel, die den Gottesdienst und Abend für uns alle vorbereitet hatten.

Im Anschluss an den Gottesdienst folgten ca. 60 Besucherinnen und Besucher der Einladung ins Gemeindehaus und ließen sich das leckere Essen schmecken. Der „Eine-Welt-Laden“ aus Blomberg hatte einen Stand aufgebaut und lud zum Stöbern ein. Zum Abschluss wurde eine Kerze an Frauen aus der Ev.-ref. Kirchengemeinde Blomberg weitergereicht, die den Gottesdienst zum Weltgebetstag im Jahr 2027 vorbereiten werden.

Pfarrerin Bettina Hanke-Postma